Ektoparasitose beim Hund

Patient:
Labrador-Retriever, Rüde, 2 Jahre, Name Aramis

Lebensbedingungen:
Haushund bei einem älteren Ehepaar, dessen Kinder erwachsen sind und als "Kindersatz" verwöhnt wird. Keine konsequente Erziehung, keinen festen Platz in der Rudelgemeinschaft Mensch/Hund.
Täglicher Spaziergang.

Wie kam der erste Kontkat zustande?
Ehepaar B. hatte meine Adresse von Bekannten, deren Hund mein Patient war.
Die Besitzer von "Aramis" kamen mit folgendem Anliegen in meine Praxis: Ihr behandelnder Tierarzt sah keine Möglichkeit mehr, dem Tier zu helfen. Der Hund sei "austherapiert".
Nun da die Besitzer alles "ausprobiert" hatten, erhofften sie sich von einer Naturheilkundlichen Behandlung den ersehnten "Aha-Effekt".

Anamnese:
Seit Welpenalter ständig Tierarztbesuche, da das Tier schwach war, immer wieder krank und unter Hautproblemen litt.
Ein typisches Beispiel für Welpenkauf aus Mitleid! Die Besitzer berichteten, dass dort viele Welpen waren und die Haltungsbedingungen nicht besonders professionell wirkten. Viele Welpen verschiedenster Rassen auf engem Raum, in Boxen die mit Stroh ausgelegt waren, das offensichtlich nicht ständig erneuert wurde.
Laut Besitzern wurde der Hund auf Allergien, Ekto,- und Endoparasiten getestet. Der Test ergab eine Futtermilbenallergie. Ab diesem Tag wurde die Ernährung des Hundes von Trockenfutter auf Pferdefleisch und Gemüse umgestellt.
Das Tier wurde über 1,5 Jahre mit Cortikoid-Präparaten behandelt. Der Juckreiz und die geröteten Hautpartien verschwanden für ca. 4-6 Wochen, danach waren die Beschwerden wieder im gleichen Umfang und noch stärker vorhanden. Die letzte Cortisonbehandlung lag 6 Wochen zurück.

Patientenstatus:
"Aramis" hatte offene, nässende, juckende Stellen am Ohrrand und beiden Oberschenkeln.
Durch den starken Juckreiz war der Hund nervös und bekam "Kratzattacken".
Vom Wesen her rassetypisch, wenn auch durch die falsche bzw. mangelnde Erziehung dominant.
Leichtes Übergewicht, stumpfes Fell mit ständigem Haarausfall.
Dem ersten Anschein nach, kratzte sich "Aramis", um noch mehr Aufmerksamkeit von Herrchen zu erlangen. Immer wenn sich keiner um ihn kümmerte, kratzte er sich und schon hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Besitzer.

Exploration:
Schleimhäute, Augen, Puls, Herzfrequenz sowie Atmung o.B., Temperatur 38,2
Haarprobeentnahme zum Erstellen einer Haaranalyse. Ergebnis: Riboflavinmangel, akute hämorrhagische Gastritis, energetische Blockaden, Erdstrahlenbelastung.
Biotensorausstestung: Blockade im Beckenbereich bis in die Hinterpfoten.
"Aramis" war nicht kastriert, kam nicht in der Zucht zum Einsatz. Dadurch die Blockade seines Geschlechtstriebes.
Die Medikamenten-Resonanztest ergab: Bachblüten Cherry Plum und Vervain, sowie der Edelsteinentsprechung zu Walnut=Türkis.

Therapie:
Bachblütenmischung bestehend aus: Cherry Plum und Vervain, 5 x täglich 2 Tropfen direkt ins Maul.
Hauteinreibungen mit Türkiswasser.
Futterumstellung auf Lamm und Reis (Trockenfutter).
Subcutane Injektion: Sulfur-Injeel, 2,2 ml, weiterführend durch die Besitzer in Form von Sulfur D6 Tabletten, 5 x 1 täglich.

Nach 3 Tagen brachte der Besitzer mir "Aramis" und bat mich, ihn stationär aufzunehmen. Durch die Entgiftung roch der Hund stark nach Fisch und faulem Käse. Ausserdem kamen die Besitzer mit der nervlichen Belastung, die das Kratzen des Hundes mit sich brachte, nicht klar. Es kam zum Streit zwischen den Ehepartnern, was "Aramis" nicht die nötige Sicherheit gab und zusätzlich zu Kratzattacken führte.

7 Tage stationäre Aufnahme.
Täglich eine Kristall-Zell-Therapie, auf die "Aramis" sehr gut ansprach.
Pro Tag eine Injektion Sulfur Injeel, 2,2 ml, s.c.

Durch die körperliche Entgiftung wurde der Ausschlag schlimmer. Die offenen, blutenden Stellen verteilten sich über die Ohren, Beine, Schlauch und die komplette Bauchseite, sowie Innen und Aussenseite der Beine. Die Ausdünstungen rochen immer noch stark nach Käse, die Haut war fettig.

Therapieumstellung am 10. Tag
Auto-Sangius-Stufentherapie nach Heel:
1. Inj. Hepar-suis Injeel + Ubichinon comp.
2. Inj. Psorinoheel + Cutis com.
3. Inj. Traumeel + Arsenicum album Injeel
4. Inj. Histamin D 200
zusätzlich 2 x täglich je 2 Tabletten Sulfur und Berberis, sowie eine Salbe bestehend aus: Traumeelsalbe, 1 Ampul Cutis comp. 5 Tropfen Crab Apple (Bachblüten), sowie 5 Tropfen Melaleuka. Mit dieser Salbe rieb ich mehrmals täglich die offenen Stellen ein.
Kristall-Zell-Therapie alle 2 Tage für je 30 Minuten.

Nach 2 Tagen änderte sich das Verhalten von "Aramis". Er war wieder lebhafter, das Fell bekam etwas mehr Glanz.
Noch 2 Tage und die Haut fing endlich an, sich zu regenerieren. Die offenen Stellen heilten langsam ab und die Haut zeigte starke Schuppenbildung, der Juckreiz war immer noch vorhanden, aber nicht mehr so stark wie zu Beginn der Therapie. "Aramis" erhielt 3 Tage eine Mischinjektion bestehend aus Cutis comp. und Solidago com. s.c.

Nach weiteren 3 Tagen, mittlereweile war der Hund 3 Wochen in Therapie, erlitt er einen Rückfall und kratzte sich wieder blutig.

Ich war kurz davor aufzugeben, da ich nicht mehr weiter wusste.
Dann geschah Folgendes: Ich bekam an den Beinen und Händen einen juckenden Ausschlag.
Ich rief einen befreundeten Tierarzt an und erkundigte mich, ob es Ektoparasiten gibt, die auch auf den Menschen übergehen. Es gab nur eine Milbenart die sowohl Hund als auch Menschen befällt: Sarcoptesmilben.
Wir entnahmen dem Hund unter Vollnarkose Hautproben und Hautgeschabsen und schickten sie in die Parasitologie nach Giessen.

Ergebnis der Untersuchung:
......am ehesten käme eine chronisch allergische Dermatitis oder Ektoparasitose (Sarcoptes?), bakteriell, superinfiziert oder durch Automutilation alteriert, in Frage.
Genereller Nachweis von Hautpilzen negativ, ebenso beim Hautgeschabsen.
Sarcoptes Milben: negativ
Sarcoptes Antikörper: positiv = aktuelle oder noch nicht lang zurückliegende Infektion!....
Daraufhin entschloss ich mich zu einer weniger naturheilkundigen Behandlung und verabreichtet "Aramis" eine Ampulle Stronghold, die zwischen die Schulterblätter eingerieben wird.
Die Wirkung dieses Mittels erstreckt sich auf alle Parasiten, ob Milben, Läuse, Flöhe.

Die Auto-Sangius-Stufen-Therapie sowie die Kristall-Zell-Therapie wurden 1 x in der Woche weitergeführt und innerhalb von weiteren 4 Wochen war die Haut rosafarben, der Juckreiz verschwunden, alle offenen Stellen geheilt und der Hund hatte am ganzen Körper wieder ein schönes, glänzendes Fell. Bis heute hat das Tier keinen Rückfall erlitten.
Gesamtdauer der Behandlung: 4 Monate

Zusammenfassung:
Während des stationären Aufenthaltes zeigte der Hund nie ein Anzeichen von Aggression, obwohl die Behandlung psychisch sehr stark belastete. Er reagierte auf Befehle mit Freude und Aufmerksamkeit. Die Injektionen konnte ich ihm alleine geben, da er ganz still stand, bis er von mir das Kommando bekam "Geh spielen". Er nahm mir Behandlung in keinster Weise übel, da er selbst nach der stationären Behandlung stets freudig in die Praxis kam und mich sofort begrüßte.

Die Hautschuppen lösten bei mir eine allergische Hautreaktion aus. Wäre der Hund nicht stationär in der Praxis gewesen, hätte ich es sicher nicht herausgefunden, zumal der Hund bereits auf Parasiten getestet wurde. Durch diesen "Zufall" fand ich die Ursache der Beschwerden. Es war eine langwierige Behandlung, die Hund und Besitzer viel Nerven gekostet hat. Hier wird wieder deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Therapeut und Besitzer ist. Nicht mit den Aussagen der Besitzer zufrieden geben, sondern gezielt nachfragen, was hat der Kolleg/in vorher gemacht......

Nur kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen, ob die Therapie ohne die Gabe von Stronghold zum gleichen positiven Ergebnis geführt hätte. Ich gehe aber davon aus, da in der Parasitologie keine lebenden Milben gefunden wurden, sonder nur deren Antikörper. Daraus schliesse ich, dass die Entgiftungstherapie, zusammen mit der Kristall-Zell-Therapie den Lebensraum der Milben so verändert hat, dass sie abstarben und dadurch nur noch deren Antikörper nachgewiesen werden konnten.

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