Partielle Radialislähmung beim Pferd, 2005

Patient: 6-jähriger Haflingerwallach

Anamnese: Das Pferd wurde zur Kastration im Liegen in die Pferdeklinik verbracht. Bei Abholung fiel auf der Innenseite des rechten Vorderbeins in Höhe der Brust eine Hautläsion auf, als hätte ein Strick dort das Bein abgeschnürt . Der Haflinger ging auf dem rechten Vorderbein hochgradig lahm. Bei der Untersuchung konnten ein Hufgeschwür, sowie Schäden bzw. Verletzungen an Sehnen und Gelenken ausgeschlossen werden, die Ursache der Lahmheit war nicht ersichtlich.

Das Pferd belastete beim Auffußen das Bein kaum und nur sehr kurzzeitig, ein Rückwärtsrichten war beinahe unmöglich. In engen Wendungen, vor allem nach rechts trat die Lahmheit verstärkt auf.

Die Lahmheit blieb über etwa 8 Tage bestehen, beim erneuten Vorführen konnte jedoch eine deutliche Atrophie des Trizeps unter dem Deltamuskel festgestellt werden. Dies legte den Schluss nahe, dass im Bereich des Trizeps ein Seitenast des Nervus Radialis gequetscht worden war; die Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten verstärkten die Vermutung.

Therapie: Es wurden an drei Tage in Folge jeweils 2 Ampullen Vitamin-B Komplex i.m. gegeben, sowie 1x täglich Rhus Tox D30 5 Tabl. über 5 Tage. Zusätzlich wurde Arnica D6 2x täglich 5 Glbl und Symphytum D2 2x täglich 25 Tr. verabreicht.

Anschließend wurden im täglichen Wechsel jeweils 2 Ampullen Vit-B Komplex bzw. 1 Ampulle Hypericum Injeel über 10 Tage i.m. injiziert
Zur Unterstützung der Regeneration wurden zusätzlich 2x täglich 25 Tropfen Lymphomyosot über 14 Tage gegeben.

Therapiebeginn: Die Kastration wurde Anfang Februar durchgeführt, die Therapie begann eine Woche später.

Verlauf: Bereits am ersten Tag nach Behandlungsbeginn war spontan eine nahezu vollständige Lahmfreiheit erreicht, am dritten Tag nach Behandlungsbeginn konnte keine Lahmheit mehr festgestellt werden. Jedoch war eine deutliche Atrophie des Trizeps sicht- und fühlbar.

Nach drei Tagen wurde das Pferd an der Hand leicht bewegt und die Spaziergänge dann täglich auf bis zu einer Stunde gesteigert. Nach Abschluss der Behandlung nach zwei Wochen wurde der Haflinger wieder behutsam unter dem Sattel ins Training genommen.

Vier Wochen nach Behandlungsbeginn konnte das Pferd wieder normal gearbeitet werden, die Atrophie war jedoch noch deutlich vorhanden.

Zwei Monate nach der Kastration konnte erstmals eine leichte Zunahme des Muskelgewebes beim Trizeps festgestellt werden, bei der letzten Untersuchung Ende Mai war nur noch ein leichter Unterschied zur gesunden Seite festzustellen.

Es darf angenommen werden, dass sich der Schaden am Nervus Radialis / M. Trizeps wieder vollständig regeneriert. Das Pferd kann normal gearbeitet werden, eine Beeinträchtigung ist nicht vorhanden.



Anette Schilling
Naturheilpraxis für Pferde und Haustiere
Akupunktur, Homöopathie, Laser- u. Magnetfeldtherapie
An der Maisenlach 67b
91126 Rednitzhembach

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